Stuttgarter Ballett trennt sich von Hauschoreograph Demis Volpi

16.05.2017

Große Überraschung in Stuttgart: Ballettintendant Reid Anderson gab heute offiziell bekannt, dass er den Vertrag seines Hauschoreographen Demis Volpi über die Spielzeit 2016/17 hinaus nicht verlängert hat. „Diese Entscheidung“, so Anderson, „habe ich im Juli 2016 nach der Uraufführung von Demis Volpis Salome getroffen. Aus Rücksicht auf seine Arbeit an der Koproduktion Der Tod in Venedig, die soeben Premiere feierte, gebe ich dies erst jetzt bekannt. Der Erfolg dieser Oper bestätigt mich in meiner Entscheidung: Demis Volpi ist ein großartiger Theatermacher und feinfühliger Geschichtenerzähler. Hier, eher als in der Choreographie, sehe ich seine wahre Begabung. Für die von ihm geleistete Arbeit für das Stuttgarter Ballett – allen voran für sein bildstarkes und dramaturgisch hervorragend gestaltetes Ballett Krabat – bedanke ich mich von ganzem Herzen. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Weg – der sicherlich glanzvoll sein wird – das Beste.“

Reid Anderson engagierte Volpi 2004 als Tänzer und beauftragte ihn 2010 mit seinem ersten Stück für das Stuttgarter Ballett. 2013 ernannte er den gebürtigen Argentinier nach dem fulminanten Erfolg seines ersten Handlungsballetts Krabat zum Hauschoreographen. Es folgten weitere Stücke für das Stuttgarter Ballett, darunter Aftermath, Die Geschichte vom Soldaten und Salome. Volpi, der inzwischen u.a. für das American Ballet Theatre, das Königliche Ballett Flandern und das Ballet de Santiago de Chile Stücke kreiert hat, inszenierte 2014 zum ersten Mal eine Oper. Am 7. Mai 2017 fand die Premiere seiner umjubelten Inszenierung von Benjamin Brittens Der Tod in Venedig – eine Koproduktion der Oper Stuttgart und des Stuttgarter Balletts – statt. Volpi ist in diesem Jahr für den renommierten Prix Benois de la Danse in der Kategorie Choreographie für seine Salome nominiert. Die Preisverleihung findet am 30. Mai 2017 in Moskau statt.


Demis Volpi: „Mein Vertrag als Hauschoreograph beim Stuttgarter Ballett wurde von Reid Anderson über die Spielzeit 2016/17 hinaus nicht verlängert. Das bedauere ich sehr, da ich meine Zeit beim Stuttgarter Ballett immer als sehr produktiv, frei und inspirierend empfunden habe. Anderseits bin ich Reid Anderson sehr dankbar dafür, dass er mich als Choreograph gefördert und meine bisherige Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht hat. Nun freue ich mich auf die neue Herausforderung, als freischaffender Künstler auf eigenen Füßen zu stehen und fühle mich dieser Aufgabe gewachsen. Bei meinem Stuttgarter Publikum, bei den Tänzern des Stuttgarter Balletts und bei allen Mitarbeitern des Hauses, die mir bei meiner Arbeit immer treu zur Seite gestanden haben, bedanke ich mich herzlich. Ich hoffe, dass wir uns bald wieder künstlerisch begegnen werden. Den Staatstheatern Stuttgart als meiner künstlerischen Heimat fühle ich mich weiterhin sehr verbunden.“

Foto: Demis Volpi © die argle lola

           

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