Drei Fragen an Tobias Ehinger, neuer Geschäftsführender Direktor am Theater Dortmund.

19.07.2017

Wie fühlen Sie sich jetzt als neuer Geschäftsführender Direktor des Dortmunder Theaters?

Es ist sicherlich eine interessante Frage. Eigenartigerweise hat es für mich persönlich keine so große Bedeutung. Es ist einfach ein kontinuierlicher Weg meiner Arbeit, die ich als Ballettmanager seit vielen Jahren am Theater mache. Ich habe und hatte immer die große Vision, die Potenziale am Theater auszuschöpfen und Tanz dort zu verankern wo es meiner Meinung nach hingehört.


Tobias Ehinger - Foto von Henry Schopp

Sie sind der erste Tänzer, der den „Olymp“ erreicht hat. Niemand hat bisher der Spagat vom Tänzer zum Direktor eines so bedeutenden Theaters geschafft. Es ist schon außergewöhnlich und es bedeutet vor allem sehr viel Verantwortung, eine so wichtige Position zu übernehmen.

Ja, richtig, eine sehr große Verantwortung, dessen bin ich mir auch bewusst. Ich weiß genau, dass es keine leichte, einfache Aufgabe sein wird. Auf der anderen Seite, glaube ich, es geht immer um die Sache und nicht um Personen. Und wenn die Sache stimmt, das Ziel stimmt, dann wird man auch diesen Weg näherkommen. In erste Linie geht es um die große Potenziale die das Dortmunder Theater hat, diese herauszuholen, sprich alle zu motivieren und zu repräsentieren. Und letztendlich ist das dasselbe wie in eine Tanzkompanie. Ein Ballett Direktor kann es genauso gut sein wie jeden Tänzer auf der Bühne. Und wenn man schafft die Tänzer zum Höchstleistung zu bringen, dann wird der erwartete Erfolg kommen und genauso ist es fürs Gesamttheater.

Sie hatten auch bisher sehr viele Aufgaben zu erfüllen, unter anderen sind Sie auch als 1. Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands für Tanzpädagogik und Bundesvorsitzender des Gruppenrats Tanz (GDBA) verantwortlich. Wie schaffen Sie jetzt alles unter einem Hut zu bringen?

Das ist mit schon klar. Natürlich werde ich auch in Zukunft fokussieren müssen, ich denke aber, auf der anderen Seite gibt es hier auch Synergien. Die eine Sache kann man leichter erreichen, wenn man auch die andere Aufgaben hat. Es sind im Prinzip ähnliche Aufgaben und egal wo ich mich befinde, dort gibt es auch tolle Leute die mich unterstützen. Es gilt für mich weiterhin absolute Teamarbeit! Eine Person alleine kann nichts bewältigen. Nochmal, es geht nicht um die Person sondern um was man gemeinsam schafft.

Wir alle wünschen Ihnen viel Erfolg und Inspiration für Ihre zukünftige Arbeit!

Interview von Nicolae Vieru

In Dortmund leitete Tobias Ehinger bisher schon 26 Ballettgalas sowie internationale Gastspielreisen und Kooperationen (u.a. New York, Moskau, Sankt Petersburg, Kazan, Minsk, Bratislava, Prag, Budapest, Cannes, Peking, Hong Kong, Paris, London, Helsinki). Von 2003 bis 2008 war er als Vorsitzender der Tanzbrücke e.V. zudem für einen Kulturaustausch in Form von Gastspiele zwischen der Deutschen Oper am Rhein, dem Theater Bonn, dem Aalto Theater Essen, dem Theater Dortmund sowie den Nationaltheatern Prag, Brünn und Bratislava verantwortlich. Tobias Ehinger ist Mitglied des Verwaltungsrats der Versorgungsanstalt Deutscher Bühnen (Bayerische Versorgungskammer), Beisitzer des Bühnenoberschiedsgerichts Frankfurt am Main, 1. Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands für Tanzpädagogik, Bundesvorsitzender des Gruppenrats Tanz (GDBA) sowie Mitglied der Tarifkommission der Flächentarifverhandlungen NV Bühne (GDBA). 2013 wurde Tobias Ehinger als Ballettmanager mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet.

Das Interview wurde kurz nach der Ernennung von Tobias Ehinger als Geschäftsführender Direktor des Dortmunder Theaters aufgenommen. Ein ausführliches Interview folgt in der Herbstausgabe von Dance for You Magazine, Ende September 2017.

 

           

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