Der Brasilianer Denis Vieira ist neuer Solist im Staatsballett Berlin

21.01.2017

Durch den Tanz auch als Mensch wachsen
Der Brasilianer Denis Vieira ist neuer Solist im Staatsballett Berlin

Noch ganz neu ist er als Solist im Staatsballett Berlin, abgesehen von Gastvorstellungen vergangene Saison. Da war er auch schon der Albrecht in „Giselle“. Nun tanzt er den jungen Herzog mit der ebenfalls gerade engagierten Ksenia Ovsyanick als Bauernmädchen, das aus Liebesgram zur Untoten wird. Berlin hat damit ein weiteres Traumpaar. Wie frisch Denis Vieira seinen Albrecht im ersten Akt anlegt, wie betroffen er reagiert, als er sein Fehlverhalten erkennt, berührt. Im zweiten Akt ist er ganz Leidender, der seine verlorene Geliebte mit unendlicher Sanftmut führt, hebt, fliegen lässt, absetzt. Dass er auch als Prinz im „Nussknacker“ und in „Dornröschen“ elegant bis in die Fingerspitzen und technisch souverän tanzt, versteht sich. Über seinen bisherigen Weg und seine zukünftigen Wünsche erzählt er im Interview mit Volkmar Draeger.

Denis Vieira © Carlos Quezada

Sie sind aus dem malerischen Zürich ins weltstädtische Berlin gewechselt. Was hat Sie dazu bewogen?

In Zürich war ich die zweieinhalb Jahre über seit 2014 richtig gut eingesetzt: Schläpfers „Forellenquintett“, Kyliáns „Wings of Wax“, McGregors „Kairos“, Spucks „Sonett“. Unser Ballettchef Christian Spuck vertraute mir auch Tybalt und Romeo an, Wronsky in „Anna Karenina“, Leonce in „Leonce und Lena“ und in Patrice Barts „Giselle“ den Albrecht. Die Freunde des Zürcher Balletts verliehen mir sogar den Tanzpreis 2015. Das war nach meiner letzten Vorstellung. Da hatte ich schon den Vertrag für Berlin unterzeichnet. Berlin mit seinen vielen Menschen, dem Flair und der ständigen Bewegung erinnert mich an brasilianische Großstädte wie São Paulo. In Zürich habe ich mich wohlgefühlt, vielleicht ein bisschen zu wohl. Ich wollte eine andere Stadt kennenlernen, suchte eine neue Herausforderung, damit ich nicht bequem werde. Außerdem empfinde ich die Berliner als angenehm offen und weniger distanziert.

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Denis Vieira in ´Giselle´ © Gregory Batardon

 

           

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