MacMillans Meisterwerk Romeo und Julia in Karlsruhe

Bewegender Ballettklassiker des 20. Jahrhunderts kehrt als Neueinstudierung auf die Bühne des STAATSBALLETTS KARLSRUHE zurück

Gut zehn Jahre nach der deutschen Erstaufführung in Karlsruhe nimmt das STAATSBALLETT erneut Kenneth MacMillans erschütterndes Meisterwerk Romeo und Julia ins Programm – in Gedenken an einen der bedeutendsten Choreografen des 20. Jahrhunderts, dessen Todestag sich am 29. Oktober 2017 zum 25. Mal jährt.

1965 als sein erstes abendfüllendes Ballett für das Royal Ballet in London entstanden, ist Kenneth MacMillans psychologisch fein ziselierte und höchst musikalische Umsetzung der größten Liebestragödie aller Zeiten längst zu einem Werk von Weltrang avanciert.
Die eindringliche Inszenierung einer Liebe, die gegen alle gesellschaftlichen Konventionen und äußeren Widrigkeiten für ihre Freiheit in den Tod geht, wird durch die opulent-farbenfrohe Ausstattung von Paul Andrews auch in Bühnenbild und Kostümen zu einem Bilderrausch vollendet. Sergej Prokofjews weltberühmte und höchst raffinierte Ballettmusik wird die BADISCHE STAATSKAPELLE live zum Klingen bringen.


Foto: Blythe Newman, Zhi Le Xu © Jochen Klenk

Der britische Choreograf Kenneth MacMillan (1929-1992) zählt zu den bedeutendsten Tanzschaffenden des 20. Jahrhunderts. Er absolvierte seine Tanzausbildung an der Sadler’s Wells Ballet School (heute Royal Ballet School), für deren Compagnie er schon früh eigene Choreografien schuf. Von 1966 bis 1969 war er Direktor des Balletts der Deutschen Oper Berlin, von 1970 bis 1977 Direktor des Royal Ballet London und von 1977 bis 1992 dort Chefchoreograf. Er kreierte über 90 Werke für Compagnien wie das Royal Ballet London und das Stuttgarter Ballett, darunter Mayerling, The Judas Tree, Las Hermanas, Das Lied von der Erde und Requiem (die drei letztgenannten mit Birgit Keil). Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Evening Standard Award sowie mit dem Emmy Award für seinen Fernsehfilm über die Arbeit eines Choreografen A lot of happiness, in dem er für Birgit Keil und Vladimir Klos choreografiert. 1983 wurde Sir Kenneth MacMillan zum Knight of the British Empire geadelt.
Johannes Willig studierte Klavier, Dirigieren und Korrepetition in Freiburg sowie Orchesterleitung in Wien. Engagements führten den DAAD-Stipendiaten und Preisträger mehrerer internationaler Dirigierwettbewerbe an das Theater Biel / Solothurn und als Ersten Kapellmeister und Stellvertretenden GMD an die Oper Kiel. Er gastierte an Häusern wie Teatro Comunale di Bologna, Staatstheater Wiesbaden, Theater St. Gallen und Teatro di San Carlo in Neapel sowie am Freiburger Theater, an der Deutschen Oper Berlin und der Opéra de Lyon. Seit der Spielzeit 2011/12 ist er Erster Kapellmeister und Stellvertretender GMD am STAATSTHEATER KARLSRUHE. Hier dirigierte er u. a. das kleine schwarze / the riot of spring, Ein Maskenball, Tosca, La Traviata, Doctor Atomic, Der Prophet, Macbeth, Das Rheingold, Die Walküre, Adriana Lecouvreur sowie zahlreiche Sinfoniekonzerte. In der Spielzeit 2017/18 zeichnet er auch für die musikalische Leitung von Simon Boccanegra verantwortlich.

Paul Andrews studierte Bühnenbild an der Wimbledon School of Art and Design. Nachdem er seine Abschlussarbeit in einer Vorstellung gesehen hatte, beauftragte ihn Kenneth MacMillan, das Bühnenbild und die Kostüme zu Romeo und Julia für die Neueinstudierung beim Birmingham Royal Ballet zu entwerfen. In Folge erhielt er zahlreiche Aufträge für die Ausstattung u. a. von West Side Story, Ende gut Alles gut, Der Widerspenstigen Zähmung, Der Kaufmann von Venedig, The Sound of Music, König Lear, Schostakowitschs Operette Tscherjomuschki, Ein Sommernachtstraum, Schwanensee. Außerdem arbeitete er an den Filmen Robin Hood. König der Diebe und Judge Dredd als Kostümdesigner mit. Die vielversprechende Karriere als einer der führenden englischen Bühnendesigner fand ein zu frühes Ende. Paul Andrews starb 1997 im Alter von nur 27 Jahren.

Die Australierin Deborah MacMillan studierte Malerei und Bildhauerei an der National Art School in Sydney und lebt seit 1970 in London, wo sie 1971 den Choreografen und Tänzer Kenneth MacMillan heiratete. Sie entwarf zahlreiche Ballettausstattungen für Bühne und Fernsehen. 1984 wandte sie sich wieder hauptberuflich der Malerei zu und stellte in der Folge in London und Glyndebourne aus. Ihr Werk findet sich in privaten Sammlungen in den USA und Großbritannien. Seit dem Tod ihres Mannes 1992 ist sie weltweit als Nachlassverwalterin von Kenneth MacMillans Balletten tätig. Sie realisierte zahlreiche Neuproduktionen von MacMillan-Werken am Royal Ballet und zeichnete für die Neugestaltung der Kostüme für Triad verantwortlich. Sie kreierte zudem die Neuausstattung von Soirées Musicales für die Royal Ballet School nach Originalentwürfen von Ian Spurling.

A-PREMIERE 18.11.17 19.00 GROSSES HAUS
B-PREMIERE 22.11.17 20.00 GROSSES HAUS
Weitere Vorstellungen: 29.12.17, 21., 24.1., 9.2., 1., 11., 18.3., 5.4., 15.5., 15.6.18
Tickets unter http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/info/2582/


 

 

           
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