Deutsche Tanz-Formationen sind Weltmeister

01.02.2016

Ballroom-Choreographien für jeweils acht Paare

Wenn es bei Tanzturnieren zur Sache geht, dann stehen lauter konkurrierende Einzelpaare auf dem Parkett und buhlen um die Gunst von Wertungsrichtern und Publikum. Doch daneben gibt es das Formationstanzen: acht gleich gewandete Paare auf der Fläche, die sich zusammen einem Thema widmen und wie ein Corps de ballet über die Bühne schweben. Wobei zur Choreographie nicht nur Tanzfiguren der jeweiligen fünf Einzeltänze des Standard- oder Lateinamerikanischen Bereichs gehören, sondern ganz eigene Tanz-Bilder. Geboren aus der Idee der „Pattern Dances”, die in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts populär waren, entstand nach und nach einer eigenen Tanzdisziplin. 1973 wurde dann erstmals offiziell eine eigene Weltmeisterschaft durchgeführt und das Formationstanzen begann seinen Siegeslauf.

Mit der Musik zu "Rocky" wurde die Lateinformation des Grün-Gold-Club Bremen Weltmeister - zum viertenmal in Folge. Foto Deutschen Tanzsportverband

Dass bei so einem gemeinschaftlichen Tanzen weniger individuelle Kunstfertigkeit als eine strenge Disziplin die Hauptrolle spielt, kann man sich denken. Denn Synchronizität ist erste Tänzerpflicht. Die Raumaufteilung ist enorm wichtig, die Abstände zwischen den Paaren sollen gleich sein, damit sich wie bei einem Kaleidoskop ständig neue harmonische Bilder entfalten können. So entstehen am besten von oben betrachtet Rauten, Diamanten, Linien, Kreise, Reihen und Diagonalen.

Es kommt also nicht nur darauf an, die Einzel-Choreographie mit Leben zu füllen, sondern präzise Richtungen und Distanzen einzuhalten. Eine harte Herausforderung, der sich jedoch immer mehr Teams stellen. Und das, obwohl Formationstanzen eine kostspielige Angelegenheit ist. Zum einen sind da die vielen gleichen Kostüme, natürlich die Trainer und ihre Choreographien, zum anderen aber die Musik-Zusammenstellung. Weiter lesen 

Artikel von Ute Fischbach-Kirchgraber 

 

           
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