Competitions: Anerkennung von Potenzial?

Vorbild oder Anachronismus

 

Adeline Genée Ballettwettbewerb 2015 in Londoner Sadler´s Wells

Im September ging in Londons Sadler´s Wells Theatre der 79. Internationale Adeline Genée Ballettwettbewerb der Royal Academy of Dance, der möglicherweise längste internationale und bis auf 6 Wettbewerbe kontinuierlich seit 1931 durchgeführte und zudem das einzige britische Ereignis dieser Art über die Bühne. 1920 wurde von den berühmten Tänzerinnen, der dänisch-britischen Adeline Genée, der Russin Tamara Karsavina, der Spanierin Bridget Espinosa, der Engländerin Phillyis Bedells, sowie dem englischen Tanzpublizisten Philip John Sampey Richardson die Assosciation of Operatic Dancing of Great Britain beründet. 1936 wurde sie mit einer königl. Charter ausgezeichnet und nannte sich seit dem Royal Academy of Dancing, später dann Royal Academy of Dance. Ihre Präsdentin war bis 1954 Adeline Genée. Dies führte dazu, daß der von ihr 1930 angeregte Wettbewerb bis heute ihren Namen trägt, auch wenn jüngere Generationen nichts mehr damit anfangen können. Hinter der Gründung von Academy und Wettbewerb liegt die feste Absicht, den einmal definierten Stil mittels eines Syllabus weltweit zu sichern. Schließlich ist die RAD heute in 79 Ländern vertreten und versucht, ihren Einfluß geltend zu machen.

Viele der Kandidaten äußern sich imer wieder darüber, daß die „Genée“ die freundlichste Competition sei. Das ist kein Wunder, kommen doch alle Teilnehmer aus dem gleichen Stall. Wolllen sie am Wettbewerb teilnehmen, dürfen sie nicht jünger als 15 und nicht älter als 19 Jahre sein und müssen die RAD Advanced Examen 2 mit Distinction bestanden haben. Darauf folgt für die Bewerber das öffentliche Semifinale, wo sich vor einer dreiköpfigen Jury die Spreu vom Weizen scheidet. Seit 2002 entschied man sich, den Wettbewerb in jedem Jahr in einer anderen Weltstadt abzuhalten, was für eine von Anbeginn mit London verbundene Competition nicht notwendigerweise mehr Erfolge verspricht. ...Weiter 

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Finalisten des Genee Wettbewerbs, Foto Elliot Franks&Royal Academy of Dance

           
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