Mehr als flott unterwegs: Die Senioren im Ballroomtanzen

29.01.2015

Senioren im Ballett? Da gibt es eigentlich nur Charaktertänzer. Die Mutter des Prinzen in Schwanensee etwa oder den Pater in Romeo und Julia. Es wird dann ehrwürdig geschritten und pantomimisch agiert. Aber so richtig tanzen? Wenn nicht Hans van Manen ein paar witzige Choreographien für Oldies but Goodies vorgelegt hätte, wie beispielsweise "The old man and me", dann wäre das eine glatte Fehlanzeige. Senioren findet man da dann schon eher in den Ballettschulen, wo auch 80jährige noch an sich arbeiten können.

So sieht Souveränität aus: die Weltmeister der Senioren II Michael und Beate Lindner. Foto Thomas Kirchgraber

Aber über interne Vorführungen führt das wohl nicht hinaus. Und schlimmstenfalls landet die Sache vor Gericht. Vor kurzem erst hat das Amtsgericht München die Klage eines 125 Kilogramm schweren 75-Jährigen abgewiesen, der Schmerzensgeld wollte, weil die von ihm selbst verstellte Ballettstange unter ihm abgestürzt ist, als er sein rechtes Bein und seine rechte Gesäßhälfte dort ablegte (Urteil des Amtsgerichts München Aktenzeichen 281 C 11625/13)… Es gibt scheint´s schwerwiegende Gründe, Seniorenballett nicht überzustrapazieren. Im Gegensatz zur Turniertanzszene. Da sind die Senioren noch richtig aktiv. Eingeteilt in Altersklassen, finden da ernsthafte Turniere und sogar Weltmeisterschaften statt. Ab 35 Jahren gilt man als Senior I, mit 45 dann Senior II, mit 55 Senior III und ab 65 Senior IV, wobei die jeweiligen Partner bis zu fünf Jahre jünger sein dürfen.

Dem Senioren-Latein sind da auch natürliche Grenzen gesetzt, wo die Spritzigkeit und Schnelligkeit gegenüber der Hauptklasse stark nachlässt. Ebenso wirken manche ...

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