German Open Championships 2017

27.09.2017

Erfolgszahlen und neue Tanzkunst - Artikel von Ute Fischbach-Kirchgraber 

Die German Open Championships in Stuttgart preisen sich als der Welt größte Tanzturnier. Das sind sie sicherlich, aber sie tun sich härter, die Erfolgszahlen des Vorjahres zu übertrumpfen.
Um weiterhin Superlativen zu produzieren, ist man nun dazu übergegangen, auch ganz normale niedrig-klassige Wald- und Wiesen-Turniere zu integrieren. Schließlich muss sich der ganze organisatorische Aufwand ja rentieren. Und man brauchte auch keine Angst zu haben, dass das Publikum abgeschreckt wird, wenn es Paaren begegnet, denen man noch die Tanzschule anmerkt. Denn wenn es nicht gerade um die Grand Slam Titel ging, hielt sich der nicht-tanzende Zuschauer schon sehr in Grenzen. Das sonst übliche Gedränge in den Gängen und vor den diversen Sälen blieb aus. Auch die Ausstellerstände sind weniger geworden.


Die Deutschen Grigorij Gelford und Katarina Bauer, die Vorjahres-Zweiten schafften diesmal de 1. Platz bei den Rissig Star.
Foto: Ute Fischbach-Kirchgraber

Der Einbruch im Tanzsport lässt sich nicht mehr leugnen. Und der unselige Streit der Welttanz-Verbände tut ein übriges, die ohnehin kleiner gewordene Tanzwelt noch weiter aufzusplitten. Das Wertungssystem trägt auch nicht gerade dazu bei, an eine heile Welt zu glauben. Dem wird zwar nun mit dem System 3.0 Rechnung getragen, wo die Wertungsrichter jeweils nur bestimmte Wertungskriterien verfolgen, doch das gilt nur für die Tops. Alle anderen kommen nicht in den Genuss einer weniger parteilichen Beurteilung.

Viel Shape beim Wiener Walzer der Rising Stars.
Foto: Ute Fischbach-Kirchgraber

Auch so kennt das System einige Tricks, um Paare mürbe zu machen. Beispielsweise bei den Solotänzen. Es trifft immer den einen oder anderen, der sich keine Atempause gönnen kann, wenn er nach dem Gruppentanz sofort wieder auf Parkett muss, oder als letzter dran ist und sofort weitertanzen muss. Doch dass es zweimal das selbe Paar trifft wie bei den Rising Stars Professional Latein, ist nicht mit Fairness vereinbar...

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links: Die Sympathischen Rumänen Marco Sirochi und Dora Killen wurden Zweite bei den Rising Star Standard auf der German Open. 

rechts: Die Sieger des Superprix der Professionals: die Letten Marts Smolko und Tina Bazykina

Fotos: Thomas Kirchgraber 

 

           
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