Ivan Liška, Ballettdirektor des Bayerischen Staatsballetts, München, im Gespräch mit Mihaela Vieru

13.03.2014

TANZLANDSCHAFT DEUTSCHLAND

Herr Liška, Sie sind vor über 40 Jahren, genauer gesagt 1969, aus Prag nach Deutschland umgesiedelt...

Damals war mir meine Entwicklung als Tänzer wichtig. Deutschland war ein Land, das offen alle politischen Emigranten, besonders aus der damaligen Tschechoslowakei, aufgenommen hatte. In Westeuropa hatte man nach der Okkupation der Tschechoslowakei durch den Warschauer Pakt ein schlechtes Gewissen, weil sich niemand der Status quo - Frage des „kalten Krieges“ stellte. Ob Polen, Tschechoslowakei oder Ungarn, erst 1989 war die Zeit reif, die Werte der westlichen, freiheitlichen parlamentarischen Demokratie zu übernehmen.

Ich hatte damals mein Tanzstudium am Konservatorium in Prag beinahe abgeschlossen und begann gleich am Theater in Düsseldorf zu tanzen; insgesamt habe ich dort fünf Jahre verbracht. Es folgten drei Jahre an der Staatsoper in München und zwanzig Jahre beim John Neumeier - Hamburger Ballet. Seit 1996 bin ich wieder in München, zuerst als Stellvertretender Direktor und seit 1998 als Ballett-Direktor des Bayerischen Staatsballetts.

Sie sind jetzt in der sechzehnten Spielzeit, zwei weitere Jahre folgen. Können Sie zufrieden auf diese Zeit zurück blicken?


Abschied von Kent Nagano © BSB München

Es ist für mich jeden Tag eine Freude, den Puls des Ensembles zu gestalten. Wir haben unserem Publikum die ganzen Jahre hindurch sowohl klassische als auch moderne, zeitgenössische Werke geboten...

Lucia Lacarra, Ivan Lišk © Charles Tandy

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Portrait Ivan Liška © Sascha Kletzsch
Lucia Lacarra, Ivan Lišk © Charles Tandy

 

 

           

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