Das zweite Sterben des Uwe Scholz. Gedanken zum zehnten Todestag des Choreografen.

20.11.2014

 


Uwe Scholz, Bühnenprobe Rachmaninow © Andreas Birkigt

Als am 21. November 2004 in einer Klinik nahe Berlin unerwartet Uwe Scholz verstarb, hatte die Bundesrepublik ihren besten deutschsprachigen Choreografen verloren – mit knapp 46 Jahren tragisch früh. Und Leipzig trauerte um einen Chefchoreografen, der die Compagnie in den 13 Jahren seines Direktorats zu europäischem Rang geführt hatte, in letzter Zeit unter erheblichen gesundheitlichen Problemen. Virulent wurde nach seinem Tod die Frage, wie man sein immenses künstlerisches Erbe, immerhin gut 100 Ballette umfassend, pflegt – und wer. Ordnungsgemäß gingen die Rechte daran an Scholz' Mutter über, und sie, ebenso ganz korrekt, vermachte diese Rechte per Schenkung an Peter Lutz, ihren Sohn aus anderer Ehe, als im kaufmännisch-technischen Bereich Tätiger eine gute Entscheidung. Der Nießbrauch jener Rechte verblieb allerdings bei der weder wirtschaftlich noch künstlerisch versierten Mutter, was bedeutet, sie darf lebenslang Stücke verkaufen, an wen sie will, und behält alle Erträge ein. Insoweit eine gute Konstruktion, denn Lutz berief mit Nadja Kadel eine kompe-tente und umsichtige Agentin, deren Ziel es war, eine Riege an Ballettmeistern aufzubauen, die Scholz-Choreografien weltweit einstudieren können, damit das Erbe nicht an einer ein-zelnen Person hängt. Die sich um die Sichtbarkeit von Scholz auch im tanzwissenschaftlichen Raum bemühte  ...Weiter



Uwe Scholz 1997 © Andreas Birkigt

Artikel von Volkmar Draeger

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