BORIS EIFMAN

19.07.2015

Der Tanzschöpfer, der die Abgründe menschlicher Seelen erkundet und sie in Tanz verwandelt, offenbart seine Visionen in einem spannenden Interview mit Dance for You Magazine.

Wann haben Sie angefangen, sich mit Choreografie zu beschäftigen?

Als Kind besuchte ich eine Ballettschule, obwohl weder meine Eltern noch meine Freunde mit der Welt des Tanzes vertraut sind. Sie waren sogar gegen mein Hobby. Seit meiner Kindheit war mir klar, dass es meine Berufung ist, Choreographien zu kreieren und ich hatte bereits mit 16 Jahren eine eigene kleine Balletttruppe. Ich bin dem Schicksal dankbar, dass es mir den richtigen Weg gezeigt hat. Viele Menschen leiden ihr ganzes Leben lang darunter, ihre eigentliche Bestimmung nicht zu finden. Ich habe dieses Drama vermieden.

Wie entsteht ein neues Werk? Wie lange dauert ein solcher Prozess und wie entwickeln Sie ihre Choreografien? Welche Visionen begleiten Sie dabei?

Es gibt Zustände und Vorgänge, die man mit Worten nicht beschreiben kann. Das Mysterium des schöpferischen Prozesses ist genau so ein Fall. Dafür existieren keine allgemeinen formalen Abläufe. Sonst würde ich nicht in jede neue Ballettchoreografie ein ganzes Jahr meines Lebens investieren und jeden Tag bis zur Erschöpfung arbeiten.
Meine Aufgabe ist es, eine schöpferische, vom Himmel geschickte Energie in mich aufzunehmen und sie bei einer besonders gelungenen Aufführung in eine besondere Form eines durchstrukturierten dramatischen Spannungsbogens umzugestalten. Dieser Schöpfungsprozeß kann quälend sein und ein Künstler muss jederzeit bereit sein, seine persönlichen Interessen...Weiter

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Foto: Boris Eifman © Nina Alovert
Rodin Lyubov Andreyeva und Oleg Gabyshev in Eifman’s Rodin. © Eifman Ballet/Souheil Michael Khoury

           

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