Ballett-Direktor Tomasz Kajdansky im Interview

18.09.2014

Kampf für den Tanz.

Ballett-Direktor Tomasz Kajdansky über Sorgen, Hoffnung und Zukunft beim Anhaltischen Theater Dessau. Interview von Mihaela Vieru

Lange hat das Ringen um den Erhalt des Anhaltischen Theaters als Viersparten-Haus gedauert. Doch kurz vor der Sommerpause unterzeichneten Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) und Klemens Koschig (Neues Forum), Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau, in Anwesenheit des Dessauer Generalintendanten André Bücker und des Verwaltungsdirektors Friedrich Meyer den Theater- und Orchestervertrag für das Anhaltische Theater Dessau. 2013 hatte die Landesregierung Sachsen-Anhalts kurzfristig die Zuwendungen für das Anhaltische Theater um 3 Millionen Euro gekürzt und außerdem die Schließung für die Sparte Ballett und Schauspiel gefordert. Die Antwort war eine beispiellose, solidarische Aktion der Theatermitarbeiter, die bereit waren, in ein Teilzeitmodell umzusteigen. Durch Absenkung der individuellen Arbeitszeit und der Bezahlung konnten Gelder einspart und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Der unterzeichnete Vertrag regelt die Finanzierung für das Viersparten-Haus bis zum Jahr 2018. Die neue, 220. Spielzeit des Anhaltischen Theaters wird eine Spielzeit des Übergangs, der Transformation. Theaterleitung und Mitarbeiter versuchen mit Freude, Optimismus und einem mutigen Blick in die Zukunft ein Theater in größtmöglicher Vielfalt zu präsentieren. Kurz nach Unterzeichnung des Vertrags sprach Dance for You-Magazine mit dem Ballett Direktor des Anhaltischen Theaters, Tomasz Kajdanski.

Was verbindet Sie persönlich mit Tanz?

Mein ganzes Leben, alles was ich bisher gemacht und wofür ich gelebt habe, angefangen mit meiner Kindheit. Ich wuchs in Polen auf, nahm damals Musik, Rhythmik- und Bewegungsunterricht, als die Lehrerin offensichtlich meine Begabung für die Bewegung und den Tanz bemerkte. Mit neun Jahren begann ich Mit neun Jahren begann ich meine professionelle Ballettausbildung und machte sehr schnell große Fortschritte. Ich wusste damals selbst nicht so recht, wie mir geschah: Ich tanzte einfach, was man mir beibrachte, hatte eine Leichtigkeit in der Bewegung, die alle meine Kommilitonen und Lehrer verblüffte, sprang, drehte Pirouetten - alles kein Problem für mich. Obwohl ich mich auch zu Musik und Schauspiel hingezogen fühlte, verstand ich später, als junger Student und Tänzer, dass der Tanz viel mehr war: Magie.

Ist er bis heute auch geblieben.
 

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Fotos von Claudia Heysel 

           

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