5/2010 September-Oktober

EDITORIAL     Download Premieren

 

Liebe Leser,

 

wie haben Sie Ihre Sommerferien verbracht? Schön gemütlich am Strand, neugierig und aktiv im Städteurlaub oder gar im Ballettsaal? Zumindest Tanzstudenten sollten ein wenig trainiert haben – meint Prof: Jason Beechey, Rektor der Palucca Schule in Dresden . Ein angehender Tänzer kann sich lange Ruhe kaum leisten. Das bedeutet nicht, die Ferien ausschließlich  im Ballettsaal verbringen zu müssen. Andere Länder kennenzulernen, sich mit neuen Pädagogen und Tanzstilen auseinanderzusetzen, erweitert nicht nur den Horizont, sondern macht auch noch Spaß.

 

Ein Schmelztiegel zum Austausch von kreativen Ideen und Tanztechnik können auch die jedes Jahr wieder stattfindenden Ballettwettbewerbe sein, zumindest dann, wenn man nicht nur verbissen auf die eigene Leistung schielt. Während des diesjährigen Istanbul Ballettwettbewerbs hatten wir die Gelegenheit mit Valeria Uralskaya, Chefredakteurin des russischen „Ballet Magazine“, über dieses Thema zu sprechen. Die Journalistin betonte vor allem die soziale Komponente von Wettbewerben und kritisierte, dass die Veranstalter zu wenig untereinander kommunizieren. Es schadet vor allem dem tänzerischen Nachwuchs, wenn sich Wettbewerbe gegenseitig Konkurrenz machen, indem sie beispielsweise am selben Tag stattfinden. Oder wenn Studenten von Wettbewerben nicht erfahren, weil sie unzureichend kommuniziert werden. Wenn Informationspolitik auf Kosten des Tanzes geht, fällt der internationale Vergleich unnötig schwer.

 

Das klassische Ballett ist schon lange eine Frauendomäne, in den Anfängen allerdings war diese Kunstform ausschließlich maskulin geprägt. Volkmar Draeger beschreibt in seinem Artikel „Männer im Ballett“ wie allmählich die Frauen ihre Rollen in der Geschichte des klassischen Tanzes übernahmen. Heute ist es kaum denkbar, einen Klassiker ausschließlich mit Männern oder  Frauen auf die Bühne zu bringen. Beide Geschlechter üben ihre eigene Faszination auf den Zuschauer aus, werden unterschiedlich gefordert. Geht es in dieser Ausgabe um die Geschichte des männlichen Tanzes, so kommen im folgenden Heft „echte Tänzer“ zur Sprache. Volkmar Draeger wird Malakhov und Kollegen in Berlin interviewen und nach Aspekten des männlichen Tanzes fragen. Wir dürfen gespannt sein! Doch zuvor lehnen wir uns zurück und lesen, wie unsere Kritiker die Schulaufführungen vor den Ferien bewertet haben. Dabei wird wie immer klar: Aller Anfang ist schwer, doch mit der richtigen Einstellung lässt sich einiges schaffen. In diesem Sinne einen schönen Herbst wünscht Ihre

 

dance for you - Redaktion

Inhalt 5/2010 September-Oktober

Back