2/2010 März-April

Editorial

 

Mit 82 Jahren noch Tag für Tag zu arbeiten, ist eine großartige Leistung. Wenn dies mit Liebe geschieht, hat man die Passion seines Lebens gefunden - so wie Georgette Tsinguirides. Gar mancher wird diese Künstlerin um ihr erfülltes Berufsleben beneiden: seit sage und schreibe 65 Jahren ist sie beim Stuttgarter Ballett engagiert, war dort zunächst Solistin, später dann persönliche Assistentin des unvergessenen John Cranko und schließlich Choreologin.

 

1966 war Georgette Tsinguirides die erste, die die Benesh-Notation aus London nach Deutschland brachte. Für ihre außerordentlichen Verdienste um die Bewahrung alter Klassiker – vor allem  um die Weitervermittlung von John Crankos Werken – hat sie am 27. Februar in Essen den Deutschen Tanzpreis 2010 erhalten, und das ausgerechnet an ihrem 82. Geburtstag. Georgette Tsinguirides hat dieses „Geburtstagsgeschenk“ verdient, und wir gratulieren ihr ganz herzlich dazu. Mehr über die Ausnahmekünstlerin lesen Sie ab Seite 10.

 

DANAMOS heißt übersetzt Dance Native Motion System und ist eine Technik, mit der Martin Puttke, ehemals Direktor des Aalto-Ballett-Theaters Essen, angehenden Tänzern das Leben erleichtern möchte. Klassische Technik zeitgenössisch zu vermitteln, ist das Anliegen des überzeugten Pädagogen. In Zukunft soll die Devise nicht mehr: üben, üben, üben lauten, sondern: Freiheit. Den „wissenden Tänzer“ will Puttke mit DANAMOS erschaffen, einen, der seine individuelle Beschaffenheit kennt und von der Natürlichkeit der Bewegung ausgeht. In St. Petersburg plant er eine Ballettakademie, die ein zukunftsweisendes Konzept für die Lehre des klassischen Balletts etablieren soll. Marieluise Jeitschko hat mit Martin Puttke über DANAMOS gesprochen. (Seite 15 – 17)

 

Last but not least finden Sie in unserem Heft, wie immer, Kritiken zu aktuellen Premieren, Termine rund um den Tanz und unsere Kinderseite für kleine Nachwuchstänzer.

 

Eine spannende Lektüre wünscht

Ihre dance for you-Redaktion

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