2/2009 März-April

EDITORIAL

Tänzer sind Energiebündel, und das nicht nur in der Phase ihres Lebens, die sie auf der Bühne verbringen. Immer wieder beeindrucken Künstler noch Jahrzehnte danach, wenn sie sich mit ihrer eigenen Kompagnie als Choreografen einen Namen machen oder als Pädagogen Nachwuchs fördern. Einer, der mit schier unerschöpflicher Kraft ausgestattet zu sein scheint und noch im hohen Alter Neues schafft, ist Merce Cunningham. Beeindruckend zu sehen, wie er sein Publikum Zeit seines Lebens immer wieder erstaunt, ja, mitunterauch schockiert hat, und bis heute durch Innovationen fasziniert. Dass ihn Athritis mittlerweile in den Rollstuhl zwingt, hält ihn nicht auf: Merce Cunningham unterrichtet, arbeitet mit seiner Company, startet Pilotprojekte. Am 16. April feiert der weltberühmte Tänzer und Choreograf seinen 90. Geburtstag. Happy Birthday, Merce Cunningham! Eigentlich könnten wir unser Magazin diesmal auch „Herren-Ausgabe“ nennen, denn neben dem Altmeister Cunningham stehen außerdem Michael Banzhaf und Eric Gauthier im Zentrum unseres Interesses. Die Bezeichnung „Energiebündel“ trifft auch auf sie zu. Michael Banzhaf choreografiert nicht nur, sondern steht auch als Solist des Staatsballetts Berlin auf der Bühne. Und Eric  Gauthier ist nicht nur als Tänzer und Choreograf präsent, sondern tourt auch noch mit seiner Rockband durch die Lande – ein echtes Multitalent. Unser drittes großes Thema ist der Tango, ein Gesellschaftstanz, der wie kein anderer komplexe Dramaturgien und große Gefühle auf die Tanzfläche bringt. Kein Wunder, dass sich der Tango großer Beliebtheit erfreut, und auch auf andere Künste ausstrahlt.  Wer wissen möchte, was es mit dem „spanish drag“ auf sich hat, wie Blicke eine ganze Szene heraufbeschwören können, liest dies in Ute Fischbach-Krichgrabers Artikel über die Dramatik des Tango. Spätestens danach ist klar, dass es dabei mit Enrique Sabtos Discépolo gesprochen, nicht nur um einen „traurigen Gedanken“ geht, den „man tanzen kann”, sondern auch um getanzte Geschichten der Liebe, um ein Idealbild des Eros in immer neuen Variationen. Einen leidenschaftlich schönen Tanzfrühling wünscht

Ihre dance-for-you Redaktion

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